Bücher DIY Rund um´s Spiel Schnitzmesser

Sicher Schnitzen mit Kindern: Regeln, Holzart und erste Projekte

Ein Stock, ein Messer und viel Fantasie: Schnitzen gehört zu den ursprünglichsten Erfahrungen, die Kinder in der Natur machen können. Es ist weit mehr als nur ein Zeitvertreib – es ist eine Übung in Achtsamkeit, Geduld und dem verantwortungsvollen Umgang mit einem echten Werkzeug.

Wenn Kinder das erste Mal die Rinde von einem Stock schälen und das helle Holz darunter zum Vorschein kommt, ist das ein Moment voller Stolz. Damit das Abenteuer sicher gelingt, haben wir hier alles Wissenswerte rund um das Schnitzen mit Kindern zusammengestellt.

Die 5 „Schnitz-Gebote“

Sicherheit ist das A und O. Bevor das Messer aufgeklappt wird, sollten diese fünf Regeln gemeinsam besprochen und verinnerlicht werden:

  1. Wer schnitzt, der sitzt: Schnitzen erfordert Stabilität. Wir sitzen fest auf einem Baumstamm, einem Stein oder dem Boden. Wer steht oder läuft, lässt sein Messer geschlossen.

  2. Eine Armlänge Abstand: Das ist die „Schnitz-Insel“. Wer schnitzt, braucht Platz um sich herum, damit niemand versehentlich in die „Schnitzbahn“ des Messers gerät.

  3. Vom Körper weg: Die Klinge wird immer vom Körper und von der Hand, die das Holz hält, weggeführt. Jede Schnittbewegung geht nach außen.

  4. Das Messer braucht eine Pause: Wenn wir aufhören oder uns unterhalten, wird das Messer eingeklappt oder in die Scheide gesteckt. Wir lassen niemals ein offenes Messer am Boden liegen.

  5. Respekt vor der Natur: Wir schnitzen nur an totem Holz (Fundstücke vom Boden). Lebende Bäume und Sträucher bleiben unverletzt.

Welches Holz eignet sich am besten?

Nicht jedes Holz lässt sich gleich gut bearbeiten. Für Kinder eignen sich besonders weiche Laubholzarten:

  • Haselnuss: Der absolute Klassiker! Haselnuss ist weich, lässt sich wunderbar schälen und wächst fast überall.

  • Weide: Sehr weich und geschmeidig, ideal für die ersten Versuche.

  • Linde: Das Lieblingsholz der Bildhauer. Es ist sehr gleichmäßig und lässt sich ohne großen Kraftaufwand formen.

  • Pappel: Ebenfalls ein sehr leichtes und weiches Holz für Anfänger.

Erste Schnitz-Ideen für kleine Hände

Es muss nicht sofort die detailgetreue Tierfigur sein. Am Anfang geht es um das Gefühl für das Material:

  • Der Zauberstab: Einfach die Rinde in Mustern (Ringel oder Spiralen) abschälen.

  • Der Wanderstab: Einen stabilen, längeren Ast suchen und den Griffbereich glatt schnitzen.

  • Der Waldwichtel: Das obere Ende eines Stocks spitz schnitzen (als Mütze) und ein kleines Stück Rinde als „Gesicht“ entfernen.

  • Stockbrot-Stöcke: Die Spitze des Stocks entrinden und glätten, damit der Teig gut hält.

Warum Schnitzen Kinder stärkt

  • Feinmotorik: Die Kraft der Hand gezielt zu dosieren, ist ein hervorragendes Training für die Muskulatur und die Koordination.

  • Risikokompetenz: Ein Messer ist scharf – Kinder lernen hier den respektvollen Umgang mit Gefahren, statt sie nur zu meiden.

  • Konzentration: Schnitzen wirkt fast meditativ. Die Kinder versinken oft für lange Zeit völlig in ihrer Arbeit.

  • Selbstbewusstsein: Ein selbst gemachtes Werkzeug oder Spielzeug in den Händen zu halten, stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Mein Tipp für das erste Messer:

Wähle für den Einstieg ein spezielles Kinderschnitzmesser mit abgerundeter Spitze und einer Arretierung (damit die Klinge nicht versehentlich einklappt). So ist die Gefahr von Stichverletzungen minimiert, während die Schärfe der Klinge ein sauberes und frustfreies Arbeiten ermöglicht.

Habt ihr Lust auf noch mehr Wissen zum Thema Schnitzen, dann lest doch hier in unserer Rubrik „Schnitzmesser“ weiter. Wir zeigen Euch welche Schnitzmesser sich am besten eignen sowie Schnitzregeln zum Ausdrucken (so sind sie immer griffbereit) und zu guter letzt nochmal alles zur richtigen Körperhaltung.

Viel Freude beim gemeinsamen Werkeln im Wald!

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