Es ist noch eisig, kalt und neblig, da schläft der Wald bestimmt noch? Von wegen! Wenn wir im Februar genau hinschauen, entdecken wir an den scheinbar „toten“ Ästen ein kleines Wunder: Die Knospen. Sie sind die prall gefüllten Rucksäcke der Bäume, in denen alles schon fertig verpackt ist – jedes Blatt und jede Blüte für den kommenden Frühling.
Bäume im Winter an ihren Blättern zu erkennen ist leicht (wenn sie am Boden liegen), aber sie an ihren Knospen zu bestimmen, ist echtes Detektiv-Wissen!
Wir zeigen Euch, wie Ihr und Eure Kinder zu Knospen-Profis werdet.
1. Die drei bekanntesten „Winter-Gesichter“
Ihr müsst nicht alle Bäume kennen. Startet bei Eurem nächsten Waldspaziergang mit diesen drei, die man fast überall findet:
Die Buche (Buche): Sie ist die „Elegante“. Ihre Knospen sind lang, schmal und laufen spitz zu – fast wie kleine, hellbraune Zigarren. Sie stehen meist recht weit vom Zweig ab.
Die Rosskastanie: Sie ist die „Klebrige“. Ihre Knospen sind riesig, dick und dunkelbraun. Wenn es etwas wärmer wird, glänzen sie und kleben richtig fest. Das ist ein natürlicher Schutzlack gegen Frost und gefräßige Insekten.
Die Eiche: Sie ist die „Gesellige“. Eichenknospen sind eher klein und rundlich, aber sie treten fast immer in Gruppen an der Spitze des Zweiges auf. Ein richtiges kleines Knospen-Team!
2. Das Spiel: „Wer bin ich?“
Macht eine kleine Schatzsuche daraus!
So geht’s: Sucht Euch drei verschiedene Zweige am Boden (bitte nicht frisch vom Baum abbrechen!). Schaut Euch die Knospen gemeinsam ganz genau an. Wie fühlen sie sich an? Spitz? Rund? Glatt? Klebrig?
Die Challenge: Ein Kind schließt die Augen und bekommt einen Zweig in die Hand. Kann es allein durch Fühlen erraten, ob es die „spitze Buche“ oder die „klebrige Kastanie“ ist?
3. Der Zimmer-Frühling (Experiment)
Wenn Ihr einen abgebrochenen Zweig (z.B. nach einem Sturm) findet, nehmt ihn mit nach Hause in die warme Vase.
Beobachtung: Durch die Wärme in der Wohnung glaubt der Zweig, der Frühling sei da. Innerhalb weniger Tage könnt Ihr beobachten, wie die Knospenschuppen aufplatzen und das zarte Grün zum Vorschein kommt.
Lerneffekt: So sehen Kinder im Zeitraffer, was im Wald draußen noch ein paar Wochen dauert.
Warum Knospen-Suchen schlau macht
Achtsamkeit: Kinder lernen, den Fokus vom „Großen Ganzen“ auf das winzige Detail zu lenken. Eine Fähigkeit, die ihnen später beim Lesen- und Schreibenlernen hilft.
Zyklisches Denken: Sie verstehen, dass der Baum nicht „tot“ ist, sondern sich aktiv schützt und vorbereitet. Das gibt Vertrauen in die Abläufe der Natur.
Haptik: Das Ertasten von klebrigen, rauen oder glatten Oberflächen ist wertvolles sensorisches Training.
Kleiner Tipp am Rande:
Nehmt eine Lupe mit in den Wald. Unter der Lupe sehen die Knospen aus wie fremde Planeten oder kleine Kunstwerke. Das fasziniert selbst die wildesten Waldläufer!
Mehr zum Thema Lupen findet ihr in diesem Beitrag „Lupen – Becherlupe & Co. im Vergleich“
Viel Spaß beim Rätseln und Entdecken!





