Wichteltür zu Weihnachten: Wie, was, wann und wo?
Eine Wichteltür macht die Adventszeit für Kinder besonders magisch. Aber gerade am Anfang tauchen viele Fragen auf: Wann zieht der Wichtel ein? Wo befestigt man die Tür? Wie lockt man ihn an? Und warum darf man die Wichteltür eigentlich nicht öffnen?
Bei uns zieht jedes Jahr unser Weihnachtswichtel Ole ein. Er wohnt hinter seiner kleinen Tür, schreibt Briefe, spielt Streiche, hinterlässt Spuren und sorgt in der Vorweihnachtszeit immer wieder für leuchtende Kinderaugen.
Die Wichteltür als kleine Weihnachtstradition
Die Wichteltür wird häufig mit der skandinavischen Weihnachtstradition verbunden. In vielen Familien zieht zur Adventszeit ein kleiner Weihnachtswichtel ein. Er wird oft Nisse, Tomte oder einfach Wichtel genannt – bei uns heißt er Ole.
Der Wichtel wohnt hinter seiner kleinen Tür. Sehen darf man ihn nicht, denn er ist meistens nachts aktiv, wenn die Kinder schlafen. Am Morgen entdecken sie dann, was er angestellt, vorbereitet oder gezaubert hat.
Die Wichteltür ist der Eingang in seine kleine geheime Welt.
Der Wichtel spricht über kleine Briefe, Zettel oder Hinweise mit den Kindern.
Streiche, Zauberideen und kleine Überraschungen machen den Dezember besonders.
Wie kann der Weihnachtswichtel heißen?
Viele Familien geben ihrem Wichtel einen eigenen Namen. Bekannte Wichtel-Namen oder Begriffe sind zum Beispiel Nisse, Tomte, Snorre, Nils oder eben Ole. Für Wichteldamen passen Namen wie Finja, Stina, Smilla oder ein ganz eigener Familienname.
Am schönsten ist oft ein Name, der irgendwie zu euch passt: vielleicht zu einem Familienwitz, zu einem Lieblingswort der Kinder oder zu etwas, das bei euch zuhause einfach dazugehört.
Für welches Alter ist eine Wichteltür geeignet?
Eigentlich lieben viele Kinder einen Weihnachtswichtel. Richtig verstehen, was da vor sich geht, wer die Streiche spielt und warum morgens plötzlich kleine Spuren auftauchen, klappt meiner Erfahrung nach ab etwa drei Jahren richtig gut.
Nach oben hin gibt es aber kaum eine Grenze. Unsere Mädels glauben inzwischen nicht mehr an Osterhase, Christkind und Co. – aber sie wünschen sich trotzdem jedes Jahr aufs Neue, dass unser Wichtel Ole wieder einzieht.
Kinder verstehen die kleinen Spuren, Briefe und Streiche dann meist schon sehr gut.
Größere Kinder mögen oft besonders Rätsel, Streiche, Codes oder witzige Mini-Geschichten.
Ersetzt der Wichtel einen Adventskalender?
Bei uns: ja. Der Wichtel ist jeden Tag präsent und vor Ort. Er überrascht die Kinder mit kleinen Aktionen, Streichen, Briefen oder Veränderungen rund um seine Tür.
Dadurch ist er für uns ein ganz toller und wahrscheinlich sogar spannender Ersatz für einen klassischen Adventskalender. Natürlich kann man beides kombinieren – aber nötig ist es aus meiner Sicht nicht.
Wann zieht der Weihnachtswichtel ein und wieder aus?
Viele Familien lassen den Wichtel zum Start der Adventszeit oder am 1. Dezember einziehen. Bei uns gehört Ole ganz klar zur Weihnachtszeit. Nach den Feiertagen, also kurz nach Weihnachten, zieht er wieder aus.
Dann ist seine Arbeit als Weihnachtswichtel getan und er geht zurück zum Nordpol. Andere Familien lassen den Wichtel im Laufe des Jahres ab und zu Postkarten schicken oder kurz zu Ostern oder zu Geburtstagen auftauchen. Bei uns bleibt es aber bewusst bei Weihnachten.
Meist rund um den 1. Dezember oder mit dem Start der Adventszeit.
Bei uns kurz nach Weihnachten, wenn die Aufgabe des Weihnachtswichtels erledigt ist.
Wo wird die Wichteltür befestigt?
Wichtig ist, dass ihr euch eine Stelle sucht, an der der Weihnachtswichtel gut sichtbar ist, aber im Alltag nicht stört. Eine Ecke im Wohnzimmer, in der Küche, im Flur oder oberhalb eines Sideboards kann gut funktionieren.
Wir bringen unsere Wichteltür immer oberhalb eines Sideboards im Flur an. So wird die Wichteltür beim Saugen nicht beschädigt, ist aber trotzdem für alle gut sichtbar.
Kinder sollen morgens sofort sehen können, ob etwas passiert ist.
Die Wichteltür sollte beim Putzen, Saugen oder Vorbeigehen nicht ständig stören.
Sonst wird es schwierig, abends ungestört Briefe, Streiche oder Spuren vorzubereiten.
Wie wird die Wichteltür befestigt?
Wir befestigen unsere Wichteltür mit doppelseitigem Klebeband an der Wand beziehungsweise an unserer Trennwand aus Glas. Das hält bei uns gut und lässt sich relativ unkompliziert vorbereiten.
Vorsichtig wäre ich nur beim Ablösen von Tapete oder empfindlichen Oberflächen. Dort kann Klebeband Spuren hinterlassen oder die Oberfläche beschädigen.
Wann bereite ich die Wichtelstreiche vor?
Bei uns bereite ich die Streiche, Aktivitäten, Briefe oder kleinen Veränderungen rund um die Wichteltür immer vor, sobald die Kinder im Bett sind.
Damit du nicht jeden Abend ewig mit der Wichteltür beschäftigt bist, empfehle ich dir, die komplette Wichtelzeit grob vorzuplanen. Es muss nicht alles perfekt stehen – aber eine Liste mit Mottos, Ideen und kleinen Überraschungen hilft enorm.
Wichtelzeit nach Mottos planen →Wie lockt man einen Weihnachtswichtel an?
Wir machen das mit einer Wichtel-Laterne. Im Internet findet man dazu wunderschöne und teilweise sehr aufwendige Anleitungen. Wir haben es allerdings ziemlich einfach gehalten.
Eine Papiertüte, Butterbrottüte, Butterbrotpapier oder Backpapier – wichtig ist nur, dass ein bisschen Licht hindurchscheinen kann.
Die Tüte wird bemalt, mit einem Wichtel oder Spruch verziert und dann mit einer Taschenlampe oder einem elektrischen Teelicht zum Leuchten gebracht.
Meine Mädels haben dem Wichtel noch Bilder dazu gemalt und gleich einen Wunschzettel mit eingepackt. So wurde aus der Laterne direkt eine kleine Einladung an Ole.
Ist die Wichteltür jedes Jahr wieder viel Arbeit?
Ich kann dich beruhigen: nein, nicht unbedingt. Der Aufwand ist im ersten Jahr am größten. Da überlegst du dir Aktionen, Streiche und Überraschungen, organisierst Zubehör und bastelst vielleicht ein paar Dinge vor.
Im nächsten Jahr kannst du vieles wiederverwenden. Du änderst einfach die Reihenfolge, tauschst einzelne Ideen aus, ergänzt neue Rätsel oder lässt bestimmte Dinge weg.
Tür, Zubehör, Briefe, Deko und kleine Dinge in einer Wichtelkiste aufbewahren.
Gleiche Ideen in anderer Reihenfolge fühlen sich für Kinder oft wieder neu an.
Jedes Jahr kommen vielleicht 2–3 neue Ideen dazu. Das reicht völlig.
Warum darf man die Wichteltür nicht öffnen?
Bei uns gilt: Wichtel dürfen von Menschen nicht gesehen werden, sonst verlieren sie ihre Magie und Zauberkraft. Deshalb sind sie nachts aktiv, wenn die Menschen schlafen und sie niemand sehen oder stören kann.
Manchmal kann es aber sein, dass der Wichtel auch tagsüber kurz herauskommt – natürlich nur, wenn er völlig allein und ungestört ist. Das ist übrigens perfekt, falls abends mal etwas vergessen wurde. Dann kann der Wichtel auch während Kita, Schule oder Einkauf noch schnell eine kleine Überraschung hinterlassen.
Mein Fazit: Die Wichteltür darf zu euch passen
Eine Wichteltür muss nicht perfekt, teuer oder riesig vorbereitet sein. Sie darf zu eurer Familie passen: mit kleinen Briefen, Streichen, Rätseln, Zaubereien, Wichtel-Laterne, Mini-Deko oder einfach einer winzigen Spur am Morgen.
Für uns ist unser Wichtel Ole jedes Jahr ein wunderschöner Begleiter durch die Adventszeit. Und auch wenn die Kinder größer werden, bleibt die kleine Wichtelwelt irgendwie besonders.
Meine ganzen Ideen rund um die Wichteltür findest du gesammelt im großen Wichteltür-Überblick.
Alle Wichteltür-Ideen ansehen →
Alles Liebe
deine Jenny
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