Umstellung von Winter auf Frühjahr/Sommer – einfache Tipps für den Waldkindergarten
Vorab sei gesagt: Der April gehört im Waldkindergarten definitiv noch zum Winter. Von Schnee über Regen und Sturm bis hin zu 25 Grad ist alles möglich. Genau deshalb ist diese Umstellungszeit für Waldkinder und Eltern jedes Jahr wieder ein kleines Abenteuer.
Der April gehört im Wald noch zum Winter
April, April – macht was er will. Von Schnee über Regen und Sturm bis hin zu 25 Grad ist alles möglich. Wobei zumindest bei uns im Süden Deutschlands gerade leider nur einstellig der Fall ist. Hinzu kommen Minusgrade bei Nacht und es fühlt sich alles mehr nach Winter als Frühling an.
Den April darf man im Wald entgegen dem Kalender als Wintermonat ansehen. Vor allem aufgrund der starken Temperaturschwankungen innerhalb einer Woche, aber oftmals auch eines Tages: von Minusgraden am Morgen zu beinahe 20 Grad in der Sonne am Mittag.
Zwiebellook im Waldkindergarten
Folglich macht ihr nichts falsch, wenn Eure Kinder nach wie vor in der Winter-Wald-Kombi ihren Kindergarten-Tag verbringen. Und wie schon hundertmal gesagt und bestimmt auch noch unzählige Male: an das Zwiebelprinzip denken.
Entsprechend können die Kinder sich einfach etwas ausziehen, sobald es zu warm wird. Und umgekehrt können sie sich im Schatten oder wenn es wieder kühler wird, schnell wieder etwas anziehen.
Was ist jetzt im Wald zu beachten?
Nach und nach kommt meistens im Mai der lang ersehnte Wetterumschwung. Und der Frühling/Sommer ist endlich da. Was heißt das für unsere Waldkinder?
Die Kinder haben immer weniger Lust auf dicke, mittags dann viel zu warme Schuhe. Folglich darf zum Beispiel der Wolleinsatz aus den DEMAR-Gummistiefeln entfernt werden, wenn es wärmer wird.
Wenn es schon morgens annähernd 10 Grad hat, dürfen die Schichten dünner oder auch weniger werden. Vielleicht kommt jetzt eine dünnere Outdoor-Jacke oder Regenjacke zum Einsatz.
Wenn die Schichten dünner werden, denkt daran, die Träger der Matschhosen kürzer zu stellen. Damit die Hosen nicht rutschen, können die Träger auch über Kreuz getragen werden.
Ganz wichtig: die Träger des Rucksacks kontrollieren, einstellen und anpassen. So ist es für die Kinder einfacher, den Rucksack zu tragen.
Im Mai trotzdem noch an kalte Morgen denken
Trotz allem solltet ihr im Mai bei der Kleiderwahl bedenken: Die Eisheiligen lassen so manche Nächte nochmal kalt werden und dann purzeln die Temperaturen nochmal so richtig in den Keller.
Dann packt den Kindern im Mai nach wie vor ein paar kleine Wärmereserven in den Rucksack.
Gerade morgens oder bei Wind können dünne Handschuhe nochmal richtig angenehm sein.
Ein leichter Loop nimmt kaum Platz weg und hilft, wenn es am Hals noch frisch ist.
Nicht mehr die dicke Wintermütze, aber eine dünne Mütze darf im Mai ruhig noch griffbereit sein.
Perfekt sind Daunenjacken, Alpakapullis oder eine andere warme Lage, die später ausgezogen werden kann.
Zecken-, Mücken- & Sonnenschutz
Sobald es wärmer wird, ändern sich die Themen: weniger dick einpacken, dafür mehr Schutz vor Zecken, Mücken und Sonne.
Spätestens im Frühjahr gehört Zeckenschutz wieder zu den festen Wald-Routinen. Hier geht’s zu den Beiträgen rund um unsere Zeckenabwehr.
Mehr zum Zeckenschutz →Sprich: Cap oder Sonnenhut, dünne Baumwollmütze und Sonnencreme. Am besten schon zuhause eincremen, damit der Schutz direkt da ist.
Mehr zum Sonnenschutz →1. Passende Frühjahr-/Sommer-Schuhe finden
Was ändert sich in Sachen Kleidung im Frühjahr/Sommer? Ein großes Thema sind passende Schuhe. Sie sollen nicht mehr zu dick sein, aber trotzdem mit nassem Gras, Waldboden und kleinen Abenteuern klarkommen.
Achtet bei den Schuhen darauf, dass sie bestmöglich nicht nur wasserabweisend, sondern wasserdicht sind. So werden die Füße nicht nass, wenn die Kinder morgens durch das nasse Gras laufen.
Knöchelhohe Schuhe bieten etwas mehr Schutz vor Umknicken und halten beim Gang durchs nasse Gras ein wenig mehr dicht. Aber viele Kinder mögen das nicht – also kein Muss.
Aber wie bereits gesagt: Wasserdichte Schuhe bedeuten nicht automatisch, dass sie für Regentage oder Pfützenhüpfen geeignet sind.
Mehr zu Sommer-Schuhen → Zum Schuh-Check →2. Passende Frühjahr-/Sommer-Hosen finden
Auch bei den Hosen ändert sich im Frühling und Sommer einiges. Sie dürfen leichter werden, sollen aber weiterhin robust sein und beim Toben, Klettern und Sitzen im Wald mitmachen.
Viele Kinder lieben Arbeitshosen im Wald. Sie sind wunderbar robust und haben unzählige Taschen für die gesammelten Schätze.
Nicht alle Kinder sind Fans von Arbeitshosen. Aber keine Sorge: Auch hierfür gibt es eine Lösung. Jeans-Joggers sind bequem, ohne Knopf und trotzdem robust.
Was ändert sich bei Vesper und Getränken?
Sobald es wärmer wird, ändern sich auch Vesper und Getränke im Waldkindergarten. Die Rucksäcke liegen manchmal in der Sonne, die Kinder trinken mehr und Süßes lockt schneller Wespen, Ameisen und Co. an.
Im Frühjahr/Sommer möglichst auf Honig-, Marmeladen- oder sehr süße Brote verzichten. Das lockt Wespen, Ameisen und Co. an.
Die Rucksäcke liegen auch mal in der prallen Sonne. Ein Wurst- oder Käsebrot geht bei uns trotzdem immer – bei Bedarf mit passendem Behälter.
Wundert Euch nicht: Viele Kinder haben im Sommer weniger Hunger. Beobachtet den Appetit und passt die Menge an. So müssen sie nicht unnötig viel schleppen.
Tee und Thermoskanne dürfen langsam zuhause bleiben. Wenn es warm wird, die Trinkmenge anpassen – eventuell mit größerer oder zweiter Flasche.
Mein Fazit
Die Umstellung von Winter auf Frühjahr/Sommer passiert im Wald nicht an einem festen Datum. Der April fühlt sich oft noch wie Winter an, der Mai kann nochmal richtig kalt werden – und plötzlich stehen die Kinder mittags doch in der Sonne.
Mit Zwiebellook, angepassten Schuhen, dünneren Schichten, ein paar kleinen Wärmereserven im Rucksack und etwas mehr Blick auf Sonne, Zecken, Vesper und Trinken kommt ihr gut durch diese wechselhafte Zeit.
deine Jenny





