Handschuhe Helferlein Hosen Jacken Waldkindergarten

Unsere Routine für den Waldkindergarten – ohne Stress und Chaos am Morgen

Wer kann schon Stress am Morgen gebrauchen? Alle verschlafen, Zeitdruck, Stress wegen der Kleidung, fehlendes Spielzeug, nasse Sachen… Die Liste könnte ewig so weitergehen. Dabei sollte ein Morgen doch ein guter Start in den Tag sein, egal ob du ein Morgenmuffel, eine Quasselstrippe oder ein Kuschelbär bist.

Darum habe ich diese „Routine“ entwickelt. Ganz nebenbei: Diese Strategie handhabe ich mittlerweile auch im Schulalltag, da sie uns wirklich viel Stress und Chaos erspart.

Die Zauberformel: Am Vorabend erledigen

Das A und O ist die Vorbereitung. Wenn alles vorbereitet ist, kann morgens im Normalfall nichts mehr schiefgehen.

1. Kleidung & Wetter-Check

  • Wetter-Check: Wetter-App oder Wetterbericht prüfen: Wird es warm oder kalt? Brauchen wir Matschhose, Regenkleidung oder vielleicht nur eine Cap und einen Loop?

  • Alles rauslegen: Wirklich alles bereitlegen – von der Unterhose und den Socken bis hin zu den Schuhen und der Mütze.

  • Der Feuerwehr-Trick: Wenn Matschhosen-Zeit ist (egal ob Regen oder Schnee), bereite ich schon die Kombi aus Stiefeln und Matschhose vor. Voraussetzung: Alles muss trocken sein!

  • Nässe-Check: Sind die Klamotten vom Vortag morgen auch wirklich trocken? Hosen, Jacken, Handschuhe, Mütze, Schal – alles ordentlich aufhängen. Lammfell-Innenschuh aus den Stiefeln nehmen und die Stiefel ggf. mit Zeitungspapier ausstopfen, damit sie trocknen.

  • Schmutz abklopfen: Wurde die Regenkleidung länger nicht gebraucht? Dann abends kurz den alten Schmutz abklopfen – das spart die „große Sauerei“ am nächsten Morgen.

Kleiner Tipp am Rande: Solltet ihr hin und wieder Diskussionen über Farben, „zwicken und zwacken“ haben, dann richtet die Klamotten einfach gemeinsam mit eurem Waldkind her. Wer mitentscheiden darf, fühlt sich groß und glücklich – so gibt es morgens deutlich weniger Drama.

2. Getränke & Vesper-Planung

  • Vorbereitung: Ich richte abends schon alle Brotdosen und Getränkeflaschen raus. So kann man – falls vergessen – die Lieblingsdose noch schnell in die Spülmaschine packen.

  • Getränke: Ich fülle die Flaschen schon abends auf. Tee im Winter geht hervorragend, denn bis zum nächsten Morgen hat er eine angenehme Trinktemperatur. Wichtig: Morgens nochmal kurz checken – falls er noch zu heiß ist, einfach mit kaltem Wasser mischen.

  • Vesper-Boxen: Ich packe die „trockenen Snacks“ (Nüsse, Salzbrezeln etc.) schon ein oder stelle die Packungen bereit.

  • Frisches: Ich mache mir schon abends Gedanken zum Vesper: Obst, Gemüse, Porridge oder Joghurt? Porridge und Joghurt bereite ich direkt vor und stelle sie im passenden Kiga-Behälter in den Kühlschrank.

Kleiner Tipp am Rande: Habt ihr wählerische Esser? Dann fragt einfach kurz nach oder bietet Auswahlmöglichkeiten an. (Damit nicht womöglich Pizza oder Pfannkuchen gewünscht werden!)

3. Der Rucksack-Check

  • Trocknen: Wenn der Rucksack nass ist, hänge ich ihn über Nacht auf.

  • Fundstücke: Alle Edelsteine und Schätze aus den Taschen kramen.

  • Taschen-Check: Ich untersuche auch schwere Arbeitshosen oder Jacken genauer – glaubt mir, da passt so einiges in die kleinen Taschen!

  • Essentials: Ggf. ein neues Paar trockene Handschuhe in den Rucksack packen sowie (bei uns wichtig) ein frisches kleines Handtuch für den nächsten Tag.

  • Bereitstellen: Den Rucksack stelle ich entweder in der Küche in die Nähe des Vespers oder direkt zu den Waldschuhen. So kann er nicht vergessen werden.

4. Besondere Mitbringsel & Termine

Ihr glaubt nicht, wie oft wir doch den „Spielzeug-Tag“ im Wald verdaddelt haben… Also notiere ich mir jeden ersten Montag im Monat als Spielzeug-Tag im Kalender. Ebenso Ankündigungen zu Ausflügen oder besondere Wünsche wie Äpfel, Schüsseln oder Besteck.

  • Der Blick in den Kalender: Ich werfe abends immer kurz einen Blick in den Kalender. Falls etwas ansteht, richte ich es sofort her und packe es direkt in den Rucksack oder stelle es zu den Waldschuhen. So vergesst ihr ab sofort nie wieder etwas!

Mein Fazit: Mit diesen einfachen Tricks spart ihr euch enorm viel Zeit am Morgen, vor allem wenn es schnell gehen muss. Natürlich „opfert“ ihr am Vorabend ein wenig Zeit, aber es ist dennoch viel entspannter. Es lässt Spielraum für unerledigte Dinge wie Wäsche, Spülmaschine oder einen schnellen Einkauf. Unser Waldalltag ist dadurch so viel stressfreier geworden – und im Schulalltag läuft es mittlerweile genauso unbeschwert!